Nun geistert sie durch die Landschaft, die Studie zum Downloadverhalten der User beim kostenfreien Downloadangebot von Radiohead im vergangenen Jahr (PDF). Kommentare dazu gibts hier und hier - mich stört allein schon wieder der Verweis auf das angeblich “illegale” Verhalten derer, die das Album per Tauschbörse oder Bittorrent saugten.
Allerdings wag ich mal als Kurzkommentar noch eine andere These: Wenn der Unterschied zwischen Radiohead und NIN schon so groß ist, dann zeigt dies doch lediglich, daß in den vergangenen Jahren ein Herr Reznor eine viel engere Fanbindung zustande gebracht hat. Sei es mit Remixwettbewerben, Fanclub, Schnitzeljagd im Netz und ähnlichem…und daher die Leute eben dann seinen Kram auf seiner Webseite saugen, weil sie sich mit dem Macher dahinter identifizieren können.
Bei Radiohead wars am Ende eigentlich nur ein Medienhype, der diejenigen, die dann davon hörten, nicht zwangsläufig an die Band gebunden hat. Sondern die habens gehört, im P2P-Tool ihrer Wahl danach gesucht und es eben gesaugt. Thats the point for me…you got it?
Ähnlichkeiten mit anderen existierenden Artikeln sind rein zufällig:
Weihnachten mit Cobretti |
Doing a Radiohead |
Alles nur noch schnell… |
Google-Analytics nicht nutzen |
All Angels Gone: Quietly |
Garageband mit neuen Features |
Sperrfrist |
Dave Gahan auf Solopfaden |
Pressemitteilungen… |
John Vanderslice |

6 Meinungen ↓
Wie Du ja schon meintest; “war das nicht anders zu erwarten”. Habe ich auch nicht. Im Grunde genommen wird nur allzu deutlich, dass auch das nicht wirklich eine Alternative zum miserablen Stand der Musikindustrie sein wird. Die fetten Jahre sind vorbei und wir kommen zu einem Konsumverhalten zurück, wie es vor den Großen Gang und Gebe war. Musik ist Kulturgut und kein Kommerzgut. Natürlich sind die technischen Möglichkeiten heute andere als damals…
Was mir immer noch tiersich auf die Eier geht, ist die Tatsache, das viele Medien immer noch so tun, als hätten Radiohead oder NIN diese Netaudiokiste erfunden. Über die anderen, die sich dafür den Allerwertesten aufreißen, gibt es nicht mal Fußnoten.
Ich habe auch die NIN nicht direkt gezogen, weil ich die Mailadresse nicht abgeben mochte. Gehört habe ich sie trotzdem - gekauft nicht.
Btw: Tolle Headline!
[...] weiß ehrlich gesagt nicht was mittlerweile langweiliger ist. Die ewig gleichen Artikel über die Musikindustrie, oder die Tatsache, dass in solchen Artikeln ständig die Worte „Radiohead“ [...]
Nur beschweren sich diese ja im Gegensatz zu den Industrievertretern und Rechteverwertern auch gar nicht. Obwohl wir (und da schließ ich mich mal mit ein) unter der Situation genauso leiden und es nicht, kaum oder nur leidlich schaffen, den Künstlern ein ädaquates Einkommen zu verschaffen. Von Aufmerksamkeit allein wird halt in dem Land auch keiner satt. Aber zu solchen Gedanken schrieb ich ja grad einen Beitrag vorher auch was. Aber auch solchen Lösungen steht die Musikindustrie, selbst Indies, gern im Wege, und sperrt sich, wo es nur geht - um am Ende zum nächsten Quartal wieder schlechte Verkäufe und die Schuldigen daran im Netz auszumachen…
Mhmmm. Versuchen diese aber mitunter auch noch was vom Kuchen abzubekommen, der eh fast vom Teller ist. Einige machen mit den kommerziellen MP3-Vertrieben eher einen Schritt nach hinten, was ich schwierig finde. Hatte ich ja auch schon mal irgendwo. Das ist nicht der Weg, der in die Zukunft führt, finde ich.
Gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Aber: in bestimmten Genres war das schon immer der Fall und von 1000 verkauften Vinyls kann man nunmal nicht leben. Wichtiger war da immer der kulturelle Aspekt, wenn auch der keinen satt macht - keine Frage. Ich rate denen immer, doch arbeiten zu gehen, was die Wenigsten hören wollen.
Ich hab das Glück beides machen zu können. Veröffentlichungen per Netaudio und andere veröffentlichen lassen auf einem Indie-Hardware-Label, was mitunter ein Krampf ist, aber ich würde nicht heulen. Man muss eben so viel verkaufen, dass sich das Netzgeschehen ausgleicht. Mal ist es weniger - bei der nächsten VÖ wieder mehr. Es reicht um den Laden am Laufen zu halten. Mehr soll es nicht sein, sollte es nie - ich gehe arbeiten. ;) Das Netz gehört nunmal mittlerweile in eine geschäftliche Kalkulation. So einfach sehe ich das.
Würd ich nicht sagen - ich bring immer gern das Beispiel des unerfahrenen iPod-Users, der das Ding halt nur mit iTunes befüllen kann. Und warum sollte ich diese vom Zugang zu unserer Musik ausschließen? Seh ich keinen Sinn drin, vor allem, da die Kosten für den Digitalvertrieb sehr überschaubar sind ;)
Die Zahlen sehen in dem Genre, wo ich mich bewege, noch schlechter aus. Vor allem, da du ein recht zahlungs”unfähiges” Klientel bedienst, die sich 2-3 Festivals oder größere Konzerte im Jahr leisten und mehr aber auch nicht. Vielleicht reichts noch für regelmäßige Clubbesuche, aber das wars dann auch schon. Für Musik geben die kaum Geld aus - es sei denn: Sie finden den Künstler verdammt cool und bekommen die Möglichkeit, diesen zu unterstützen. Und genau das meinte ich auch oben mit dem Punkt der Fanbindung. Der ist heute wichtiger denn je, zumindest scheint es so - denn so schnell, wie du im Netz bekannt sein kannst, bist du auch schon wieder unter dem Wahrnehmungshorizont der Leute. Und das macht an sich für mich auch den Löwenanteil meiner Arbeit aus, dieses ständige “Im-Gespräch-bleiben-müssen”…
Hier gibt’s eine komplette 1h Sendung über den “Untergang der Musikindustrie”. Radiohead wird auch behandelt. Creative Commons leider gar nicht…
hr-online....8420514874
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