Das Leben ist kein Irrtum…Kein Irrtum und Musik
Ich mags mal nicht in den Kommentaren untergehen lassen, sondern antworte dann mal hier auf einen Kommentar des Musikredakteurs der Sendung “Trackback” bei Radio Fritz. Der da schreibt “So sind z.B. bei Falk Merten in den Free Music Charts klasse Songs und ich hab auch schon einige von ihm rausgesucht, aber viele sind eben nur bedingt tauglich fürs Radio.”
Was mich schon durchaus ehrt und ich mir auch sicher bin, dass ich musikmäßig abseits des Mainstreams ein recht gutes Händchen habe bei meiner Auswahl. Allerdings find ich den letzten Teilsatz bedenklich, denn er bestätigt genau den Eindruck von Radiomachern, der mich im Jahr 2003 dazu bewog, mein eigenes kleines Webradio-Projekt zu starten. Die unausgesprochene, aber offensichtliche, Konfirmität bei der Musikauswahl, da sich lediglich an Quoten orientiert wird und Erfolg sich allein an Zahlen bemisst. Darüber, wie unnütz solche Erhebungen sind, hatten wir es ja hier auch schon in der Diskussion im März.
Und was mir immer noch fehlt, ist eben das Durchhaltevermögen bei Machern von solchen Sendungen. Es wird immer Einen geben, der es besser weiss. Es wird immer Jemanden geben, der dich versucht in ein Konzept zu pressen und die beleidigte Leberwurst spielt, wenns nicht nach seinem Kopf geht. Das ist normal, sollte allerdings modernen und innovativen Konzepten nicht im Weg stehen. Das der Aufwand immens scheint (und wohl auch ist) und der verzeichnete Erfolg dem nicht gerecht wird, ist auch normal. Es war und ist schon immer ein Grundprinzip in meinem Denken, dass ich lange Zeit erstmal nur viel gebe, um eventuell später einmal etwas zu bekommen. Aber ich fordere dies nicht ein und mach meinen Erfolg davon abhängig, wieviel Menschen ich damit gefalle oder was ich selbst eigentlich davon habe.
Ergo, ich seh durchaus viel Potential in einem Konzept wie “Trackback”, wünsch mir allerdings bei den Machern einen verdammt langen Atem und eben auch, dass solch ein Konzept dem gemeinen Radiolemming mal vor den Kopf stossen darf und dieser angewidert die Frequenz wechselt. Das sollte den Verantwortlichen des ÖR zwar nicht vollkommen, aber ein Stück weit egal sein. Der Massengeschmack wird durch die Privatdudler weitestgehend abgedeckt – die Lücken sind noch zu besetzen und auch in denen kann man erfolgreich sein. Das dies möglich ist, beweis ich jeden Tag aufs Neue mit dem kleinen Schwarzen nebenan – kein Quotenhit, aber ein verdammt cooles und innovatives Projekt mit Ecken und Kanten. Und genau dafür liebe ich es…
Das es dort eben nicht mainstreamig daherkommt, liegt in der Natur des Falk. Der mag halt keinen glattgebügelten Pop/Rock/Indie. Der mags lieber krachig und immer schön am Massengeschmack vorbei. Aber wer mich fragt, wird auch ganz andere Facetten kennenlernen dürfen und ich steh Anfragen in Bezug auf Musik immer offen gegenüber.
recent comments